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Motorrad: Aber sicher!

Das Hinterschneiden

Galt bis zu den 80er Jahren noch die Goldene Regel von der runden, gleichmäßigen Schräglage und Kurvenfahrt, hat sich heute das Anschneiden einer Kurve zum Hinterschneiden gewandelt.

Verführerisches Kurvengeschlängel mit großen Risik

Weil der Straßenverlauf zum großen Teil nicht einsehbar ist, kann sich dort ein Auto oder Motorrad "verstecken", das beim Schneiden der S-Kurve urplötzlich auftaucht. Deshalb ist auch in der Passage das Hinterschneiden der Kurven die bessere Lösung, zumal man damit rechnen muss, dass auch der Gegenverkehr die S-Kurve schneidet und im schlimmsten Fall auf der falschen Straßenseite daher prescht.

Der Klassiker

Die klassische Kurve, die durch ihre Übersichtlichkeit eine dein zurechtgelegte Ideallinie und entsprechende Schräglagen zulässt. Bereits bei der einfachen Kurvenversion ist zu erkennen, dass beim Ausschneiden (gestrichelte Linie) das Motorrad am Kurvenausgang die größte Schräglage fahren muss, während der Fahrer beim Hinterschneiden (durchgezogene Linie) den Scheitelpunkt später setzt (Pylone), in diesem Abschnitt schon wieder an gas geht und die etwas langsamere Kurvengeschwindigkeit mehr als wettmacht.

Die Schikane

Folgen zwei Kurven in kurzem Abstand, kommt der Vorteil des Hinterschneidens noch mehr zum Tragen, weil es der spät gesetzte Scheitelpunkt erlaubt, die folgende Linkskurve von weit außen zu anzufahren, während es den Fahrer auf der falschen Linie in Richtung Gegenfahrbahn drängt und er für die folgende Linkskurve von ei^ner äußerst ungünstigen Postion aus hart einlenken muss. Die flüssige, runde Linie ist damit nicht zu machen.

 

Man lenkt spät mit relativ geringer Kurvengeschwindigkeit ein, kann dann jedoch – je nach Verkehrssituation und Streckenverlauf – früh wieder beschleunigen und den Kurvenradius entsprechend frei wählen. Zudem ist in Rechtskurven der Abstand zur Gegenfahrbahn am Kurvenausgang angenehm groß, während beim konventionellen Kurvenschneiden die maximale Schräglage am Kurvenausgang kaum mehr zu korrigieren ist und im schlimmsten Fall auf der Gegenfahrbahn endet.

Die aufgeführten Streckenpassagen sind keine künstlichen Gebilde, sondern reale Streckenverläufe. Natürlich sind die Handling- Eigenschaften auch abhängig vom Motorradtyp, von der jeweiligen Fahrwerks- und Lenkgeometrie und vor allem der Bereifung.


Mit freundlicher Unterstützung vom ifz (Institut für Zweiradsicherheit e.V.): www.ifz.de

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